Hundehandel
 


Der Handel mit Hunden sollte schon längst der Geschichte angehören, wenn man bedenkt, wie viele Berichte und Reportagen über skrupellose Händler schon in Fernsehen und Zeitungen erschienen sind. Das Magazin STERN Nr. 40/1996 hat sogar einem Hundehändler einen seitenlangen Bericht gewidmet und trotzdem kaufen noch immer Gutgläubige (?) die armen Kreaturen, die von Geschäftemachern billig in Hinterhöfen produziert oder im Kofferraum über die Grenze geschmuggelt werden, um dann in sterilen Boxen ohne Beschäftigungsmöglichkeiten oder gar in Badewannen auf Interessenten zu warten.

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Manche Welpen werden auch offiziell nach Deutschland eingeführt, um in der wichtigsten Lernphase ihres Lebens allein in Quarantäne zu sitzen. Verhaltensstörungen sind vorprogramiert und auch Gesundheitsschäden durch Erbfehler, mangelndem Impfschutz oder falscher Ernährung keine Seltenheit. Aber auch in Deutschland gibt es "Züchter", die ohne Regeln vor sich hinvermehren und Hunde mit "Papieren" verkaufen. Auf diesen "Papieren" stehen oft Phantasienamen von Zuchthunden und -vereinen, und wenn man nach einer Zuchtordnung oder Vereinssatzung fragt, wird man nur auf später vertröstet.

Beängstigend ist auch der neue Trend, daß sich Massenzüchter, Hundevermehrer und Hundehändler als "autorisierte" Züchter ausgeben. Denk man über die genauere Beschreibung nach, erkennt man, daß dieser kommerzielle Massenzüchter sich als autorisiert bezeichnet, weil der Gesetzgeber ihn nicht bekämpfen kann, solange er korrekt seine Steuer zahlt und die Mindesthaltungsbedingungen einhält. Der Tierschutz kann nichts gegen diese Menschen unternehmen, solange er die Hunde sauber hält und sie ausreichend versorgt. Das heißt aber noch lange nicht, daß die Haltung gut ist oder gar vom Tierschutz gefördert würde. Schließlich kann der Tierschutz auch nichts gegen Legebatterien, Massenmasttierhaltung in kleinen Ställen oder Pelztierzucht tun. Das einzige, was jetzt erreicht wurde ist, daß die Käfige neu gebauter Legebatterien größer sein müssen. Welch ein Gewinn! :-(((
 

Warum sind VDH-Hunde oft teurer?


Zu VDH-Ausstellungen werden nur Hunde mit FCI-Papieren zugelassen, d. h. Hunde, die VDH-Papiere haben oder aus dem Ausland stammen und Papiere eines anderen dem FCI angeschlossenen Vereins haben. VDH/FCI-Hunde sind häufig teurer als Hunde von "Dissidenzvereinen", weil die Auflagen und Kontrollen viel umfangreicher sind. Jeder Züchter des VDH muß die Zuchtordnung des FCI/VDH und die zusätzlichen Vorschriften seines Vereins befolgen.

Um Züchter beim Deutschen Dalmatiner-Club von 1920 e.V. zu werden, muß man einen Zwingernamen beantragen, ein vom Landesgruppenleiter kontrolliertes Welpenzimmer mit vorschriftsmäßiger Wurfkiste haben. Man braucht einen Garten, damit die Welpen ihre Umwelt kennenlernen können und sollte Spielzeug und Zeit investieren. Man muß einen Hund mit FCI-Papieren haben, diesen mehrmals ausstellen, ihn unter Narkose auf Hüftgelenksdisplasie (HD) röntgen lassen und muß von einem vom Verein anerkannten Tierarzt das Gehör des Hundes audiometrisch untersuchen lassen. Hunde mit mittlerer oder schwerer HD sind von der Zucht ausgeschlossen, ebenfalls nur einseitig hörende oder taube Hunde.

Akabor von den Sieben Domänen, gesunder VDH-WelpeWenn der angehende Züchter das alles überstanden hat, wird der zukünftige Zuchthund noch auf einer Zuchtzulassungsprüfung auf Charakter und Schönheit geprüft. Das alles kostet Geld und Zeit. Auch der Deckrüdenbesitzer verlangt Gebühren. Hat man alle Hürden gut überstanden und der erste Wurf ist da, gehen die Kosten weiter. Jeder Welpe muß geimpft und entwurmt werden und wird mit acht Wochen vom Zuchtwart (meist der Landesgruppenleiter) begutachtet, gewogen und tätowiert. Nur wenn der Welpe ein bestimmtes Gewicht hat, darf er mit 8 Wochen abgegeben werden und auch die Zuchthündin wird auf ihren Zustand hin geprüft. Hündinnen dürfen nur einmal im Jahr gedeckt werden und dürfen nur im Alter von 2 bis 8 Jahre zur Zucht verwendet werden. Zusätzlich muß eine Hündin nach dem 4.Wurf noch einmal vorgestellt werden. Nur bei guter Gesundheit darf sie noch einen Wurf machen. Dadurch soll gewährleistet werden, daß im VDH gezüchtete Hunde so gesund wie möglich und gut geprägt auf Mensch und Tier an ihre neuen Besitzer abgegeben werden und daß die Hündinnen nicht zu Gebärmaschinen verkommen. VDH-Hunde dürfen nicht an Händler verkauft werden, seien Sie also vorsichtig, wenn ein Händler mit Papieren wirbt. Solange er nicht VDH oder FCI darauf schreibt, kann jeder Papiere machen.
Wenn Sie einen Hund kaufen, dann nur wenn Sie die Mutterhündin sehen und Welpen und Hündin einen selbstbewußten, gesunden Eindruck machen. Hündinnen die Welpen haben, haben ein stark ausgeprägtes Gesäuge. Lassen Sie sich nicht eine fremde Hündin als Muttertier unterschieben. Nehmen Sie keinen Welpen unter 8 Wochen, denn er braucht seine Familie, um das richtige Sozialverhalten zu lernen. Kaufen Sie keinen ängstlichen Hund. Ein "Angstbeisser" ist gerade für Kinder viel eher eine Gefahr als ein starker, selbstbewußter Hund. Nehmen Sie lieber auch nicht den aggressivsten. Selbst kleine aggressive Hunde können einem Ärger mit den Nachbarn bescheren.
Suchen Sie sich die Rasse nicht nach Optik sondern nach Eigenschaften aus. Bücher über mehrere Rassen können Sie in der Bücherei leihen.
Ein Border Collie oder ein Dt. Schäferhund sind zum Arbeiten geboren. Wenn Sie nicht bereit sind, Agility zu machen, keine Herde Schafe besitzen und nicht den ganzen Tag Stöckchen werfen wollen, lassen Sie die Finger davon. Dalmatiner sind keine Zwingerhunde, brauchen unbedingt Familienanschluß und viel Bewegung. Außerdem haaren sie. Wenn Sie gern dunkle Kleidung tragen und weiße Hundehaare nicht ertragen, kaufen Sie lieber einen Porzellanhund. Der ist auch schön, bleibt gern allein, braucht keinen Auslauf und haart garantiert nicht.
Kaufen Sie auch einen VDH-Hund nur, wenn Sie von Züchter, Zuchtstätte und Hunden überzeugt sind. Sie können sich mehrere Zuchtstätten ansehen. Wenn Sie der Meinung sind, ein VDH-Züchter behandelt seine Hunde nicht richtig, melden Sie das bitte dem zuständigen Verein oder direkt dem VDH, denn es gibt leider auch hier wenn auch selten schwarze Schafe. Hat der zuständige Verein einen Tip bekommen, macht er gern zusätzliche, unangemeldete Kontrollen.

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