Dalmatiner-Treff
-  wünscht frohe Weihnacht  -
 
 
 
Tannenbaum
 
Kaum ist das Oktoberfest in München vorüber, kann man schon in ersten Geschäften Weihnachtsdekorationen bewundern, Lebkuchen und Schokoladen-Nikoläuse kaufen. Man beginnt an Weihnachtstrubel, Geschenke und sehr kaltes Wetter zu denken. Wie schön war doch Weihnachten, als man noch ein Kind war und der Stress den Eltern überlassen wurde. Es gab Weihnachtsstollen, Plätzchen und tolle Geschenke. Kerzen wurden angezündet und der Baum war wunderschön geschmückt. Jetzt gibt es nur Plätzchen, wenn ich sie backe und auch den Baum muß ich selbst besorgen. Weihnachten scheint allen Zauber verloren zu haben, wenn man sieht, wie aggressiv die Menschen sich durch die überfüllten Kaufhäuser quetschen, um schnell noch ein Geschenk zu besorgen. Selbst wenn man gar nicht weiß, was man kaufen soll, besorgt man irgendeinen Staubfänger, nur um niemanden leer ausgehen zu lassen. Schließlich schenkt man sich etwas zu Weihnachten. Leider kaufen manche unbedachten Freunde auch lebende Geschenke. Selbst wenn man weiß, daß jemand einen Hund, eine Katze oder ein Kleintier haben möchte, sollte man niemals ohne den zu beschenkenden so ein Tier kaufen.
 
Als mein Kaninchen Jonnie starb, war ich sehr traurig. Meine Freunde kauften mir deshalb zum Geburtstag ein neues. Dummer Weise hatten sie vorher nicht mit mir gesprochen. Sonst hätten sie gewußt, daß ich dazu gelernt hatte und nie wieder ein Kaninchen allein halten wollte. Es sind schließlich Tiere, die in Großfamilien von bis zu 20 Tieren leben. Das wäre kein Problem gewesen, denn ich hätte ja noch ein Kaninchen kaufen können, aber meine Eltern lehnten die Anschaffung eines neuen Tieres strikt ab. Kaninchen knabbern gerne und nachdem mein erstes (Hassi) gerne Telefonkabel kappte, bevorzugte Jonnie Teppichfransen. Meine Eltern hatten die Nase voll. Ich brachte das geschenkte Kaninchen nach Hause und wurde prompt rausgeworfen. Also gab ich das Kaninchen wieder meinen Freunden, die es glücklicher Weise aufnahmen und behielten.
 
Andere Tiere haben nicht soviel Glück und landen im Tierheim. Manche Kleintiere werden für Kinder gekauft, die bald das Interesse verlieren. Sie fristen unbeachtet und einsam in ihrem Käfig ihr Leben. Als Weihnachtsgeschenk oder Osterhase wurden sie verschenkt, doch wenn die Freude über das lebende Tier verflogen ist, bleibt die Arbeit. Das Kind verliert das Interesse, das Tier wird abgeschoben oder nur noch lustlos versorgt, ohne beachtet zu werden.
 
Tun Sie das keinem Tier an. Hunde werden größer, machen Arbeit, sind nicht gern allein und kosten viel Geld für Versicherung, Futter, Tierarzt. Sie können je nach Rasse und Größe 10- 18 Jahre alt werden, wobei die kleineren Rassen meist älter werden.
Katzen kosten auch Tierarzt und Futter. Sie können bis zu 20 Jahre alt werden.
Kleintiere sind zwar nicht so teuer, aber man sollte auch sie zum Tierarzt bringen, wenn sie krank sind. Die Begründung, daß der Tierarzt mehr kostet als das Tier wert sei, zählt nicht, denn es gibt ein Tierschutzgesetz, das artgerechte Haltung und Versorgung der Tiere vorschreibt. Wer sich den Tierarzt nicht leisten kann oder will, sollte sich auf Plüschtiere beschränken. Auch Futter und ein Stall, der dem Tier ein wenig mehr Platz läßt, sollte in die Unkosten miteinbezogen werden. Außerdem sollten auch Kleintiere täglichen Freilauf haben. Kaninchen können z. B. 10 Jahre alt werden.
 
Bedenken Sie die Auswirkungen für Tier und neuen Besitzer. Gehen Sie lieber mit dem zukünftigen Besitzer zum Züchter, damit er sich sein Tier selbst aussuchen kann. Kaufen Sie kein Tier gleich welcher Art beim Händler oder im Zoogeschäft. Auch Vögel, Kaninchen, Mäuse, Ratten, etc. kann man im Züchterverein oder im Tierheim bekommen. Die Tiere in Zoogeschäften sind häufig noch zu jung zur Abgabe und dadurch sehr empfänglich für Krankheiten oder Fütterungsprobleme. Je jünger das Tier, desto niedlicher wirkt es. Es verkauft sich einfach besser und Zoogeschäfte lehnen prinzipiell jede Haftung für die verkauften Tiere ab. Nach dem Motto: "Wir verkaufen nur sichtlich gesunde Tiere!" Häufig haben die Tiere offensichtlich Durchfall, aber das Zoogeschäft leugnet es ab. Es nützt also nichts, wenn man reklamieren will, weil das Tier gestorben ist, weil es zu jung war.
 
Die Anschaffung eines Haustieres sollte etwas persönliches sein. Man muß gut überlegen, ob ein Tier zu einem paßt und ob man den Ansprüchen des Tieres auch gerecht werden kann. Ein sportlicher Mensch braucht keinen faulen Hund und ein fauler Mensch keinen sportlichen, nur weil er optisch gefällt. Die Rassen sind von Temperament und Charakter sehr unterschiedlich. Wer gerne in den Urlaub fliegt, sollte sich eine Rasse unter 5 kg aussuchen, damit er ihn in der Flugzeugkabine mitnehmen kann. Kein Hund kann verstehen, warum er 3 Wochen im Jahr von seinem "Rudel" getrennt bei Oma oder gar in einer Tierpension bleiben soll. Das ist wider seiner Natur. Wer 9 Stunden außer Haus arbeiten muß und den Hund nicht mitnehmen kann, sollte sich lieber ein Käfigtier-Pärchen oder ein Katzenpärchen halten. Außer Hamstern ist wohl kaum ein Tier gerne allein und auch ein Hamster braucht Beschäftigungsmöglichkeiten.
 
 
So, genug gewarnt. Wenn Sie sich dafür entschieden haben, sich selbst einen tierischen Hausgenossen zuzulegen, schauen Sie doch mal ins nächst gelegene Tierheim. Oder suchen Sie im Telefonbuch nach dem passenden Züchterverein. Auf meiner Linkliste finden Sie auch einen Link zum VDH, der Ihnen Rassehunde in ganz Deutschland vermitteln kann. Dort werden auch die Adressen der Welpenvermittlungen der Zuchtvereine aller anerkannten Rassen veröffentlicht. Viele Vereine vermitteln nebenbei auch erwachsene Hunde ihrer Rasse, wenn diese durch unglückliche Umstände wie Krankheit oder Scheidung ihren Platz verloren haben. Es gibt auf der Linkseite auch einen Link zum Online-Tierheim, das Tierheimadressen aus ganz Deutschland anbietet. Ich kenne viele Tierheimtiere, die sich gut in ihre neue Familie eingefügt haben. Es ist Unsinn, wenn jemand behauptet, daß die Tiere alle verhaltensgestört wären. Ich habe zwei Kaninchen aus dem Tierheim und sie sind sehr lieb. Sie gehörten nicht einmal zusammen, aber sie schmusen ständig miteinander. Ich kann sie sogar draußen frei laufen lassen, ohne daß sie weglaufen. Das Weibchen hatte anfangs Angst vor mir, aber das hat sich gelegt mit Liebe und viel Leckerlis.
 
Also nochmals FROHE WEIHNACHT und EIN GUTES NEUES JAHR allen Menschen, Tieren und Pflanzen. Werden Sie so glücklich mit den Ihren wie ich mit meinen Tieren.
 
 
 
 
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Nina Burkhardt

 
 


 
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